Dr. med. Roman Fenkl
Plastische & Ästhetische Chirurgie
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Wo liegen die Risiken einer Bauchdeckenstraffung?

Wundheilungsstörungen

Die Risiken sind umso größer, je kräftiger die operierte Person ist. Gerade Diabetiker haben eine schlechtere Durchblutung der Bauchhaut, weil viele kleine Blutgefäße auf der Kapillarebene entweder verkalkt oder ganz verschlossen sind. Zudem weist das Fettgewebe ohnehin eine relativ schlechte Durchblutung auf. Dies führt, zusammengenommen leider recht häufig dazu, dass besonders kräftige Menschen viel häufiger an Wundheilungsstörungen der Bauchhaut leiden.

Wundheilungsstörungen können jedoch auch entstehen durch grobes, „schnelles" Operieren, bei dem das Gewebe mit weniger Respekt behandelt wird. Dadurch entstehen oft umschriebene Durchblutungsstörungen im Gewebe, die bis zum örtlichen Absterben desselben führen können. Aber keine Angst, in der Plastischen Chirurgie haben ausgebildete Fachärzte sehr wohl das schonende Operieren gut erlernt. Viel häufiger findet man solche Probleme bei ärztlichen Disziplinen anderer Fachgebiete, wenn sie solche Operationen durchführen.

Wundheilungsstörungen treten auch umso häufiger auf, je straffer der Operateur versucht, die Bauchhaut anzuspannen. Dabei werden die Blutgefäße mit zunehmender Spannung immer dünner - ähnlich wie ein Gartenschlauch, an dem man fest zieht - bis am Ende kaum noch Blut hindurchfließen kann, was zu umschriebenen Durchblutungsstörungen und damit auch zum fleckförmigen Absterben des betroffenen Gewebes führen kann. Dies tritt am häufigsten in der Mittellinie auf, wo auch die Hautspannung naturgemäß am stärksten ist.

Fehlverhalten der operierten Patienten ist eine der häufigsten Ursachen einer Wundheilungsstörung. Gerade weil eine Bauchdeckenstraffung fast nicht schmerzt, vernachlässigen viele Patienten immer wieder die Ratschläge ihres Arztes, anfangs (in den ersten 3 Wochen) in leicht gebeugter Haltung zu bleiben und zu gehen, damit sich die Haut an die neuen Spannungsverhältnisse nach OP gewöhnen kann. Manchmal sind Patienten anfangs sogar stolz darauf, was sie schon alles können ... bis es schief geht.

Bauchdecken nach starker Gewichtsabnahme sind erfahrungsgemäß besonders gefährdet für Wundheilungsstörungen. Der genaue medizinische Grund ist leider nicht bekannt.

Tritt eine Wundheilungsstörung erst einmal auf, dann ist natürlich nicht die Welt schon untergegangen, aber es benötigt viel mehr Einsatz seitens des Patienten und des Arztes und möglicherweise eine kleine Folgeoperation (meist ambulant in örtlicher Betäubung) nach ca. 1,5-2 Jahren, um die daraus resultierende, größere Narbe zu korrigieren und wieder fein zu vernähen.

Taubheitsgefühl der Bauchhaut

Bei der Bauchdeckenstraffung muss die Bauchhaut mit darunter befindlicher Fettgewebsschicht von der muskulären Bauchdecke großflächig abgelöst werden. Da jedoch gerade in diesem Bereich, vorwiegend um den Bauchnabel herum, viele feine Blut- und Nervenbahnen senkrecht aus der muskulären Bauchdecke in die Bauchhaut einmünden, müssen diese zwangsläufig durchtrennt werden, anders kann man die Bauchdecke nicht ablösen. Hierdurch kommt es, abhängig von der durchtrennten Anzahl der durchdringenden Nervenbahnen, zu einem bleibenden Taubheitsgefühl der Bauchhaut, vorwiegend im Unterbauch, oft bis zum Nabel hinauf.

Das ist für sich alleine nicht schlimm und man gewöhnt sich schnell daran. Wenn man jedoch auf die Bauchdeckenstraffung verzichten und statt dessen eine Fettabsaugung des Bauches durchführen kann, dann muss man nicht auf die Sensibilität der Bauchhaut verzichten, dann bleibt alles, wie es ist. Daher zählt die Fettabsaugung auch als deutlich schonendere Operationsmethode.

Hauttüten an den Narbenenden

Wenn man die Bauchnarbe möglichst kurz halten will, muss man manchmal kleine Kompromisse eingehen. An den Narbenenden rechts und links können kleine Hauttütchen entstehen, die sich meist im Laufe der Zeit verziehen. Dadurch spart man Narbenstrecke ein. Nach 1 1/2 Jahren wird die Situation neu beurteilt. Sollten kleine Resttüten dann noch vorhanden sein, können sie ambulant und in örtlicher Betäubung mit viel kürzeren Narben als bei der Hauptoperation leicht nachkorrigiert werden.
Grundsätzlich gilt auch hierbei, dass kräftigere Patienten eher mit Hauttüten -Resten rechnen müssen als schlanke.

Lungenentzündung (Pneumonie) nach der Operation

Ein nicht zu vernachlässigendes Risiko nach Bauchdeckenstraffungen stellt die sogenannte Basale Pneumonie dar. Der Mechanismus ist relativ einfach zu verstehen: Durch die innere Straffung der muskulären Bauchdecke erhöht sich zwangsläufig der Druck innerhalb der Bauchhöhle und versucht dahin zu entweichen, wo die größten Schwachstellen liegen. Das sind die unteren (basalen) Teile der Lunge. Die betroffenen Patienten atmen wegen der erhöhten Spannung unter Umständen nicht mehr tief genug ein, die unteren Lungenanteile werden nicht mehr richtig belüftet und die Lungenentzündung kann sich dort entwickeln.

Betroffen von diesem Risiko sind vor allem eher ältere Personen mit Bauchdeckenstraffung, aber auch kräftige Menschen, bei denen durch zu große Fettdepots innerhalb des Bauchraums der Druck zu groß sein kann.
Der Plastische Chirurg sollte dies erkennen und seine Patienten entweder zur weiteren Gewichtsreduktion auffordern oder - wenn dies nicht möglich ist - auf eine allzu starke Straffung der muskulären Bauchdecke verzichten.

Serombildung

Nach der Operation - wie bereits erwähnt, treten meist kaum Schmerzen auf - ist die Aktivität vieler Patientinnen und Patienten kaum zu bremsen, weil sie sich an den (nicht vorhandenen) Schmerzen orientieren. „Keine Schmerzen" heißt leider für viele „mehr Aktivität erlaubt". Doch das ist ein Trugschluss. Durch die Bewegungen des Rumpfes kommt es zu Reibe- und Scherbewegungen zwischen Bauchdeckenhaut und Bauchdeckenmuskulatur. Dieses Reiben zwischen den beiden recht großen, inneren Wundflächen führt zur Gewebereizung und damit auch zur reaktiven Bildung eines Reizergusses aus Gewebswasser, Serum. Einschränkung der Aktivität reduziert dieses Risiko deutlich.

Zu große Serome sollten steril punktiert werden. Dabei können schon mal Mengen bis 200 ml zusammenkommen. Daher: Konsequente Schonung und Selbstkontrolle nach der OP ist eine Grundvoraussetzung für die ungestörte Wundheilung nach Bauchdeckenstraffung.

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