
Gesichtsverjüngung ohne „operierten Look“
Das Anheben des alterungsbedingt abgesunkenen Mittelgesichts (sog. „Midface-Lift“ oder „Mittelgesichts-Lifting“) ist eine sehr moderne Operationstechnik, die sich stark vom klassischen Facelift unterscheidet: Im Rahmen der natürlichen – und vorzeitigen – Gesichts-Alterung kommt es zum vertikalen Absinken des Mittelgesichts in Verbindung mit einem oft drastischen Verlust von Weichteil- und Knochengewebe. Während das klassische Facelift dieses vertikal abgesunkene Gewebe des Mittelgesichts nach hinten oben und hinter die Ohren anspannt, um die Narben dort zu verstecken, kommt es dabei „automatisch“ zu einem unnatürlichen, nicht mehr korrigierbaren „Verziehen“ des Gesichts, das allzu oft dabei auch eine nach vorne spitze, „mausartige“ neue Form erhält. Vielfach wird versucht, diesen Mangel technisch mit gleichzeitiger Eigenfett-Transplantation ins Gesicht zu mildern, das gelingt jedoch oft nicht.
Aus qualifizierten Studien wissen wir in der Ästhetischen Chirurgie, dass der wichtigste Alterungs-Eindruck nach außen über unser Mittelgesicht vermittelt wird. So hat z. B. die Oberlidstraffung zwar einen wichtigen ästhetischen „Aufräum-Effekt“ der Augenpartie, jedoch fast keinen Einfluss auf den Alterungs-Eindruck.
Das „gealterte Gesicht“ wird – fast immer nur intuitiv und unbewusst – erkannt durch
• Gewebe-Volumenverlust
• dunkle Augenringe (sog. „Arcus marginalis“)
• die „Tränensäcke“ (sie gar keine Tränensäcke sind, sondern ein sich aus der Augenhöhle vorwölbendes Augenhöhlen-Fettgewebe, weil die „Trennwand“-Faszie dort ausgedünnt und „ausgeleiert“, also funktionsunfähig geworden ist)
• die „Jochbogen-Säckchen“ (sog. „Malar Bags“)
• die vertiefte Nasolabialfalte (Nasen-Lippen-Falte)
• die „Hamsterbäckchen“ im Untergesicht (amerikanisch: „Jowels“)
• und natürlich die Marionetten-Falten (die nach unten ziehenden Verlängerungs-Falten der Mundwinkel, die einen traurigen Eindruck verstärken).
All diese genannten Punkte werden in der Hauptsache hervorgerufen durch alterungsbedingt senkrecht absinkendes Gewebe im Mittelgesicht.
Das Mittelgesichts-Lifting adressiert genau diese genannten Alterungszeichen, indem es das senkrecht abgesunkene Gewebe genau dort mobilisiert, wo keine Gesichtsnerven verletzt werden können: Unterhalb der Knochenhaut (zwischen der Knochen-Oberfläche und der Knochenhaut). Ein sehr sicherer Bereich.
Über exakt denselben Schnitt einer herkömmlichen Unterlid-Straffung kann das Mittelgesicht dann als gemeinsamer „Gewebeblock“ genau denselben Weg angehoben werden, auf dem es in den Jahren zuvor nach unten „traurig“ abgesunken ist. Genau das ist der wesentliche Grund, warum ein Midface-Lift niemals unnatürlich aussieht: Das Gewebe des Mittelgesichts wird an seinen in der Jugend angestammten Platz zurück nach oben angehoben.
Diese 58-jährige Patientin besuchte unsere Praxis zur Beratung bezüglich einer Oberlidstraffung. Es lag zweifellos überschüssige Oberlidhaut vor, die schwer auf dem Lidkranz auflag und das Sichtfeld zur Seite einschränkte, eine medizinische Indikation. Jedoch waren auch die Unterlider gealtert, wiesen störende Hautfalten auf und es drückten sich Augenhöhlen-Fettpolster nach außen durch („Tränensäcke“). Ein dunkler Augenring am Unterlid rechts mehr als links ließ das Gesicht älter erscheinen. Das Mittelgesicht war abgesunken, machte das Gesicht ebenfalls älter.
Fotos: Dr. med. Roman Fenkl, mit schriftlicher Zustimmung der Patientin
Ober- und Unterlidplastik „Stufe 4“ mit Mittelgesichts-Lifting präoperativ
Ich konnte die Patientin von einer kombinierten Ober- und Unterlidplastik „Stufe 4“ mit Mittelgesichts-Lifting überzeugen, einem deutlich größeren Eingriff als ursprünglich vorgesehen.
4,5 Monate nach der OP
Bereits 4,5 Monate postoperativ (die Zeit vergeht schnell) ist nicht nur das medizinische Oberlid-Problem behoben, sondern die gesamte Augenpartie harmonisch verjüngt. Die Unterlider sind mit eigenem Fettgewebe aufgepolstert, der dunkle Augenring ist verschwunden und die vertikale Länge der Unterlider ist verkürzt.
Die postoperativen Narben sind weder an den Oberlidern, noch an den Unterlidern erkennbar. Die Haut wirkt deutlich geglättet, doch der Gesamteindruck wirkt nicht unnatürlich oder „verzogen“.
In der exakt seitlichen Aufnahme lässt sich am besten erkennen, was wirklich passiert ist: Natürlich sind die Oberlider aufgeräumt und das seitliche Blickfeld deutlich erweitert. Doch an den Unterlidern und im Mittelgesicht wurde neues Gewebe, neue Fülle hinzugefügt, was den jugendlichen Eindruck erzeugt.
Ein ganz wesentlicher Vorteil des Mittelgesichts-Liftings ist die Zugentlastung der Unterlider. Denn genau in demjenigen Ausmaß, in dem das alternde Mittelgesicht nach unten absinkt, wird es an den wie Hängematten nur an zwei Enden festgemachten Unterlidern vertikal nach unten ziehen und die Unterlider daran hindern, sich elastisch an den Augapfel anzulegen. Stattdessen wird der Unterlid-Rand immer weiter vom Augapfel weggezogen und steht im schlimmsten Fall ganz und dauerhaft davon ab. Dadurch kommt es natürlich zu einer viel stärkeren Verdunstung der Tränenflüssigkeit und den ständig trockenen und reibenden Augen mit chronischen Entzündungen. Und bei Wind (zum Beispiel beim Radfahren) trocknet die Hornhaut des Auges derart stark aus, dass die Tränendrüse reflektorisch aktiviert wird und das Auge regelrecht unter Wasser setzt. Derart betroffene Menschen müssen von ihren Rädern absteigen oder können nur noch mit luftdicht abschließenden Brillen radfahren.
Viel zu oft werden „banale“ Unterlidstraffungen durchgeführt. Der Chirurg verspricht dabei, gleichzeitig etwas gegen die „Tränensäcke“ zu tun.
Was passiert in solchen Fällen? Die Unterlidhaut wird – fehlerhafter Weise – als Hautstreifen entfernt, die restliche Lidhaut zur Seite gestrafft, und das Tränensack-Fettgewebe teilweise entfernt. Dies hat nachfolgende, wesentliche Nachteile:
1. Niemand hat auch nur einen Millimeter zu viel Unterlidhaut, auch wenn sie erschlafft und faltig erscheint. Sie ist – als dünnste Haut des menschlichen Körpers – lediglich vom vertikalen Zug des abfallenden Mittelgesichts überdehnt. Und wenn dann z.B. ein 4-5 mm breiter Streifen Lidhaut im Rahmen der Lidhaut-Straffung entfernt wird, zieht das abgesunkene Mittelgesicht das Unterlid noch weiter nach unten, und es kommt zum „Scleral Show“, d.h. das Unterlid bedeckt beim Geradeausblick nicht mehr die untere Iris wie bei jungen Menschen, sondern der Unterlidrand steht deutlich darunter und zeigt viel zu viel von der weißen Lederhaut des Auges (Sclera). Das Auge erscheint dann zu offen („aufgerissen“) und es entstehen oftmals kaum oder gar nicht mehr korrigierbare Beschwerden.
2. Wie wir bereits wissen, verlieren wir mit zunehmendem Alter immer mehr Weichteil-Gewebe im Gesicht: Wir „magern im Gesicht aus und nehmen am Körperstamm zu“, das ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen.
Welchen Sinn macht es denn dann, diesem ausgemagerten Mittelgesicht auch noch wertvolles Fettgewebe an den Unterlidern wegzunehmen? Gar keinen! Denn nach der Fettgewebsentfernung fällt die Augenpartie noch weiter ein und wird im schlimmsten Fall zu einem dunklen, schattigen „Krater“. Eigentlich ein ästhetisches „No-Go“!
1. Beim Midface-Lift werden die Unterlider deutlich zugentlastet, und die Unterlidhaut hat wieder die Möglichkeit, zurück zu schrumpfen. Dies wird unterstützt durch eine hoch spezialisierte Technik, die einen wichtigen Teil des Midface-Lifts ausmacht. Dadurch kann ein „Scleral Show“ vermieden werden. Es wird in vertikaler Richtung kein einziger Millimeter Unterlidhaut entfernt, und dennoch wird nach Abschwellung die Lidhaut glatt sein. Lediglich nach außen hin, „neben“ dem Auge, und damit ohne Zugausübung auf die Unterlider, kann ein dreiecksförmiger Hautüberschuss entfernt werden. Narben sind dort sehr bald nicht mehr sichtbar.
2. Das überschüssige Fettgewebe der Tränensäcke wird keinesfalls entfernt, sondern – an seiner originären Durchblutung – im Mittelgesicht ausgebreitet, dort wo es fehlt. Es unterpolstert damit auch die dunklen Augenringe und glättet an diesen Stellen auch die Unterlid-Augenpartie. „Recycling“ ist viel besser als „Wegschneiden“!
3. Durch die Zugentlastung der Unterlider nach Anheben des Mittelgesichts kann sich der Unterlid-Rand wieder schlüssig an den Augapfel anlegen und das Problem der trockenen bzw. tränenden Augen wird so gelöst. Hat der Unterlidrand dennoch zu stark an Spannung verloren, kann die Kombination einer zusätzlichen Anspannung (Laterale Kanthopexie) in demselben Eingriff ohne größeren operativen Aufwand eine hervorragende, anhaltende Entlastung bewirken.
Auf jeden Fall! Man muss sogar! Denn der Oberlidstraffungs-Schnitt wird dazu genutzt, die Lifting-Fäden des Mittelgesichts an einem zuverlässigen, festen Widerlager zu verankern, dem inneren Rand des äußeren Augenhöhlen Knochens (medizinisch: lateraler Orbitarand). Keine Sorge, davon spüren Sie weder während der Operation, noch hinterher etwas. Diese Fäden sind sehr fein, aber zuverlässig und hochwertig. Und sie werden mit zusätzlichem Gewebe clever überdeckt, so dass sie nach einiger Zeit postoperativ nicht mehr spürbar sind.
Die meisten „Klassischen Facelifts“ werden in Narkose durchgeführt.
Für ein Midface-Lift wäre eine Narkose sogar nachteilig, denn während der Operation werden unsere Patienten immer steil aufgesetzt, um den Lifting-Effekt und die erzielte Symmetrie optimal beurteilen zu können. In solchen Fällen beurteilt das gesamte Team gemeinsam jedes kleinste Detail, und manchmal führt dies auch zu einer kleinen Nachbesserung, um das bestmögliche Ergebnis erzielen zu können.
Selbstverständlich sind wir erst recht auf sensible Menschen eingestellt. Wir sorgen durch hochwertige örtliche Betäubung nicht nur für Schmerzfreiheit, sondern haben auch die Möglichkeit, durch intravenöse Gaben gut wirksamer Betäubungs- und Schmerzmittel einen gezielten Dämmerschlaf an möglichen Schmerzpunkten zu erzielen oder ganz einfach nur Ängste zu nehmen (sog. „Analgo-Sedierung“). Meist so lange, bis unsere Patienten verstanden haben, dass es wirklich nicht weh tut. Dies erfolgt ohne zusätzliche Kosten.
Trotzdem gibt es Menschen, die sich unter Umständen beengt fühlen oder leichter panisch werden als andere. Für solche Fälle können wir unseren hoch qualifizierten und sehr einfühlsamen Narkosearzt von vornherein hinzuziehen, und der wird Sie überhaupt nichts bemerken lassen, bis die Operation vorbei ist. Ohne Vollnarkose. Allerdings fallen in solchen Fällen selbstverständlich zusätzliche Gebühren für den Narkosearzt an.
Während fast alle unsere Patienten nach einer alleinigen Oberlidstraffung bereits nach 5-6 Tagen vorsichtig wieder gesellschaftsfähig sind, wird dies beim Midface-Lift selbstverständlich nicht so schnell gehen, denn es wird ja wesentlich viel mehr operativ gemacht. Keine Angst, es wird überhaupt nichts „zerschnitten“. Im Gegenteil: Es werden die anatomischen Schichten des Gesichtsgewebes mit höchster Präzision lediglich voneinander getrennt, vollständig erhalten, in richtiger Art und Weise gegeneinander verschoben und angespannt, und danach für ein bleibendes Ergebnis fixiert. Alles bleibt also genau so, wie es war, nur eben „anders“ und „jünger“. Doch diese Maßnahmen sind hoch komplex und die OP-Zeit ist daher deutlich länger. Deshalb ist auch die Heilungs- und Schwellungszeit langwieriger. Machen Sie sich bitte klar: Diesen Eingriff will man nur ein einziges Mal im Leben durchführen, und dann muss es passen. Dafür nimmt man schon mal eine stärkere Schwellungszeit von mindestens 2 Wochen in Kauf. Selbstverständlich dauert die Schwellung länger, jedoch kann man dann mit ein wenig Selbstbewusstsein wieder unter Menschen gehen. Doch so richtig lohnend wird das Ergebnis erfahrungsgemäß erst nach 6-8 Wochen, auch wenn man da schon lange wieder unter Menschen ist.
Nein! Eben nicht! Die Unterlid-Narben sehe selbst ich als Operateur nach relativ kurzer zeit schon nicht mehr, selbst mit Lupenbrille. Die Oberlid-Straffungsnarben heilen genauso wie alle anderen Oberlidstraffungs-Narben: Kaum sichtbar. Auch sie waren noch nie unser Problem.
Unser erklärtes Ziel für diesen Eingriff, den wir „Lidplastik Stufe 4 mit Midface-Lift“ nennen: Ein völlig natürliches, „unerkanntes“, jüngeres Aussehen ohne sichtbare Narben. Eben so, als ob nichts gewesen wäre, nur ein richtig guter, erholsamer Urlaub oder „so richtig gut geschlafen“.
Übersicht aller Kapitel und Themen
Hier finden Sie eine tabellarische Übersicht in Form eines Inhaltsverzeichnisses zu allen auf dieser Website beschriebenen Problemen und Behandlungsformen zum Thema „Augenlidkorrektur“.
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