Alle freuen sich auf den Sommer, nur nicht „Mann mit Brust“. Wenn sich die Brust eines Mannes durch das T-Shirt abbildet, wenn sie vergrößert ist, fängt das Leiden an. Väter gehen mit ihren Kindern nicht ins Schwimmbad, in der Partnerschaft entstehen Hemmungen bis zu ausgeprägten sexuellen Störungen. Auch die Kleidung wird entsprechend angepasst: Ganz weite Hemden, die die zu große Brust überdecken sollen.
Die Gründe für eine solche Brustentwicklung sind vielfältig, nur selten liegt eine hormonelle Störung vor. Manchmal ist auch der Brustdrüsenkörper hinter der Brustwarze auf einer oder beiden Seiten vergrößert. Häufig ist der Hauptgrund für eine zu große Männerbrust einfach nur Fettgewebe, Übergewicht, aber nicht immer. Die meisten Männer stört es auch nicht, wenn der Bauch zuerst durch die Tür geht. Denn „Bauch ist männlich“. Nur die Brust darf das nicht tun.
Die Ursache für eine zu große Männerbrust stellt sich am sichersten durch eine Mammographie (Brust – Röntgen) dar. Hierbei kann sehr sicher zwischen Fettgewebe und Drüsenkörper unterschieden werden. Das hat Konsequenzen für die operative Therapie:
Wenn die vergrößerte Brust nur aus Fettgewebe besteht, dann kann in einem ambulanten Eingriff in Form einer Fettgewebs – Absaugung in örtlicher Betäubung relativ leicht geholfen werden. Die überschüssige, gedehnte Haut kann durch spezielle Operationstechniken wieder zum Schrumpfen gebracht werden.
Bei vergrößertem Drüsenkörper sollte dieser über einen Schnitt exakt am unteren Brustwarzenrand zuerst entfernt werden. Dieser Schnitt heilt regelmäßig so fein aus, dass er auch aus der Nähe fast nicht oder gar nicht mehr sichtbar ist. Nach dem Entfernen des Drüsenkörpers entsteht durch dessen Fehlen aber eine regelrechte „Krater - Einziehung“, mit der Brustwarze in der Mitte. Um dies zu vermeiden, wird die Drüsenkörper – Entfernung immer mit einer Fettgewebs – Absaugung kombiniert, die die gesamte Brustform optimal abflacht und so eine gleichförmige, männliche Brust bildet. Auch diese Kombinationsmethode ist problemlos ambulant in örtlicher Betäubung durchführbar und führt weder im Laufe der OP noch danach zu Schmerzen.
Nach beiden Eingriffsformen sollte 6 Wochen lang ein Kompressionsmieder getragen werden, das wir unseren Patienten nach der OP anpassen. Das Mieder kann unauffällig auch unter leichter Bekleidung getragen werden.
Ein kluger Mann mit dieser OP hatte mir gegenüber bei seiner Abschlusskontrolle geäußert, er sei sehr zufrieden, aber auch etwas enttäuscht. Auf meine sehr verwunderte Nachfrage hin kam die Antwort: „Ich habe mich fast mein ganzes Leben lang mit der zu großen Brust gequält ... und dann war innerhalb eines Tages alles vorbei. Das ging mir zu schnell, um es wirklich zu begreifen ...“
Gynäkomastie
Die Vergrößerung der männlichen Brust wird meist als sehr unangenehm empfunden und regelmäßig belastet sie den Betroffenen Mann subjektiv sehr stark. Folgen sind die Meidung von sportlicher Betätigung wegen Scham in der Umkleidekabine oder im engen Trikot, Meidung von Schwimmbädern (besonders schlimm für Väter kleiner Kinder) und oft ganz erhebliche partnerschaftliche Probleme allgemeiner und sexueller Art. Ich kenne bereits diesbezüglich viele verschiedene Beispiele aus meinem Patientengut.
Männerbrust präoperativ
23-jähriger Patient mit Gynäkomastie vor seiner Operation. Die vorspringende Drüsenkörper-Brust ist deutlich zu sehen. Der Drüsenkörper konnte zum größten Teil entfernt werden, Die postoperative, feingewebliche (histologische) Untersuchung bestätigte den vergrößerten männlichen Drüsenkörper. Die Veränderung war gutartig.
Männerbrust postoperativ
Derselbe 23-jährige Patient 4 Wochen nach seiner Operation. Die Brust ist deutlich flacher und männlicher. Die Brustwarzen-Höfe sind postoperativ geschrumpft auf eine passende männliche Größe. Narben sind nicht mehr erkennbar.
"Fotos: Dr. med. Roman Fenkl, mit schriftlicher Zustimmung des Patienten"
Ablauf der Operation | |
Krankheitsname: | Gynäkomastie / Lipomastie / Gynäko-Lipomastie |
Vorbereitung: | Mammographie |
OP-Dauer: | 2 – 3,5 Stunden |
OP-Ablauf: | Ambulant + 2 Stunden postoperative Überwachung |
OP-Technik: | Abhängig von der Mammographie. Drüsenkörper-Entfernung und / oder Liposuktion |
Betäubungsart: | Örtlich (Tumeszenz), auf Wunsch mit Dämmerschlaf |
Schmerzen OP: | Keine |
Schmerzen nach OP: | Keine |
Mieder postoperativ: | Ja, 6 Wochen |
Fädenentfernung: | Nach 3-4 Wochen |
Nachbehandlung der Männerbrust-OP | |
Kühlung: | Keine |
Einschränkungen: | 2 Wochen nach OP die Arme konsequent am Körper halten (Empfehlung für ein optimales Ergebnis) |
Körperpflege: | Duschen nach 5 Tagen |
Gesellschaftsfähig: | Nach 2 Tagen (mit Einschränkung der Arme) |
Sport: | Beginn nach 6 Wochen |
Sichtbare Narben: | Nein |
Hierfür gibt es mehrere mögliche Gründe. Daher gibt es auch verschiedene medizinische Bezeichnungen, die auch von Ärzten vielfach „durcheinander geworfen“ werden:
Gynaecomastia vera oder „Echte Gynäkomastie"
Die Gynäkomastie ist die einseitige oder beidseitige Vergrößerung des männlichen Brustdrüsenkörpers (nicht der gesamten Brust). Diese Vergrößerung hat fast immer hormonelle Ursachen und tritt am häufigsten in der Pubertät auf, infolge Hormonschwankungen, bis der normale männliche Hormonspiegel sich „eingependelt“ hat. Deshalb macht es hier auch Sinn, bei nicht so stark ausgeprägten Befunden eine Rückbildung des Drüsenkörpers zunächst abzuwarten. In dieser Zeit kann die hormonelle Abklärung durch einen Endokrinologen (Internistischer Facharzt, der sich auf hormonelle Erkrankungen im Körper spezialisiert hat) sehr sinnvoll sein. Auch eine Mammographie (Röntgendarstellung der Brust zur Sicherung des krankhaften Befundes) macht oft Sinn – insbesondere vor einer beabsichtigten OP.
Patienten mit dieser Erkrankung sind meist eher schlank und körperlich ansonsten gesund.
Die vielfach geäußerte Befürchtung, es könne eine Brustkrebs – Erkrankung dahinter stecken oder sich daraus entwickeln, ist völlig unbegründet. Es ist durch zahlreiche wissenschaftliche Studien gesichert, dass dem nicht so ist. Trotzdem ist alle Sorgfalt der Diagnostik geboten.
Weiterhin kann die Gynäkomastie auch bei einigen internistischen Erkrankungen auftreten, z. B. der Leber – Unterfunktion. Hierbei steht üblicherweise die internistische Erkrankung mehr im Vordergrund als die Gynäkomastie.
Veröffentlichungen / Was Männer belastet
Lipomastie, Gynaecomastia falsa oder „Falsche Gynäkomastie"
Dies ist in der Praxis die häufigste Form der männlichen Brustvergrößerung.
Die Fettbrust tritt, wie der Name schon sagt, fast immer bei übergewichtigen Jugendlichen und Erwachsenen auf. Sie wird nicht von einem vergrößerten Drüsenkörper verursacht, sondern von einer vermehrten Ansammlung von Fettgewebszellen im Brustbereich. Daher tritt sie fast immer beidseitig auf. Sehr typisch dafür ist, dass den Träger der Lipomastie der vergrößerte Bauchumfang fast nie stört (gesellschaftlich gesehen gilt ein Bauch als durchaus „männlich“), die Brustvergrößerung bereitet jedoch erhebliche Probleme (das ist der „weibliche Teil des Übergewichts“).
Die Lipomastie hat damit keinerlei direkten Krankheitswert (außer dem Übergewicht) und stellt ein rein ästhetisches Problem dar, ohne Anspruch auf Kassenleistung.
Gynäkolipomastie
Hierbei handelt es sich um die zweithäufigste Form der männlichen Brustvergrößerung. Sie ist einerseits bedingt durch einen einseitig oder beidseitig vergrößerten Drüsenkörper zusammen mit einer durch allgemeines Übergewicht vergrößerten Brust. Es liegt also eine Kombination der ersten beiden Formen vor.
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