Dr. med. Roman Fenkl
Plastische & Ästhetische Chirurgie
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Die modellierende Fettgewebs-Absaugung von Bauch und Rumpf: Körperformung bei Frau und Mann

Wer mag diesen Anblick nicht? Eine adrette Frau mit superschlanker Taille, sichtbaren Beckenknochen und Rippenbögen, eine ideale Körpersilhouette mit weichen, jedoch straffen Konturen, einem glatten Bauch mit sexy Bauchnabel, und darüber wölbt sich in idealer Form eine runde, schön geformte Brust. Wow!

Oder der bestens durchtrainierte Body eines jungen Mannes mit flachem, muskulösem Waschbrettbauch, vorstehenden Muskelpaketen an den Flanken und breitem Rücken, ausladenden Schultern. Jeder Muskel zeichnet sich als Relief unter der gespannten Haut ab. Noch einmal Wow!

Wie ist das passiert, mit meiner ungeliebten Figur?

Das mit den „Ideal-Figuren“ gibt es, aber nur selten. Seien wir doch einmal ehrlich: Die meisten Menschen haben weder Zeit noch Disziplin, ihren Body im Training zu quälen, jeden Tag mehrere Stunden lang, um am Ende solche Figuren zu erreichen? Ist es nicht leichter, mehrere Stunden am Tag hinter dem Computer zu sitzen und entweder Ballerspiele zu spielen oder seinem Job zu frönen? Oder nach neuen Shopping-Artikeln das Internet leer zu plündern?

Als Teenager mag es ja noch recht einfach gewesen sein, das eine oder andere Kilo wegzudrücken, hier und da einmal nichts zu essen. Aber je älter wir werden, umso schwieriger wird das. Ganz besonders am Rumpf legen wir zu, und oft bleiben die Arme und Beine schlank. Egal, ob bei Mann oder Frau. Was tun? Natürlich verstecken. Neue Klamotten müssen her, natürlich todschick! Die können kleine Unzulänglichkeiten verdecken, und wenn es einer sieht, dann ist es der Spiegel ... oder der Partner ... oder vielleicht der Arzt ... Schwimmbad und Bikini? Muss das sein!? Vielleicht im Süden, wo einen keiner kennt, da kann man schon das eine oder andere Pölsterchen etwas großzügiger freimachen. Na und?

Leider endet das meist nicht an dieser Stelle, denn mit jedem Lebensjahrzehnt wird der Bauch dicker, mit jeder Chipstüte und mit jedem Schokoriegel die Figur runder. Die Muskeln werden naturgemäß immer schwächer, verbrauchen immer weniger Energie in Ruhe. Das heißt, dass bei gleichem Essen (Kalorienzufuhr) immer mehr Energie gespeichert wird, denn der Körper lässt Energie niemals verkommen.

Jetzt wird es immer enger, nicht nur in der Kleidung. Wir sagen allgemein: „Der Stoffwechsel ändert sich mit dem Alter …“. Eine Diät muss her. Leider immer noch nicht die Idee zum regelmäßigen, aber anstrengenden Muskelaufbau. Aber: Eine Diät zu beginnen, ist ein sehr guter Vorsatz. Sie nicht durchzuhalten, ist menschlich. Nur, eine Diät durchzuhalten und dennoch nicht ausreichend abzunehmen ... frustrierend. Warum? Weil der Körper bemerkt, dass keine ausreichende Energie mehr zufließt. Ohne dass wir es wahrnehmen, schaltet er die Aktivität unserer Muskulatur immer weiter herunter, quasi in den Spargang, um Energie einzusparen. Unsere Körperbewegungen werden schwächer und energieärmer, eben sparsamer. Am Ende isst Frau wie ein Vögelchen, glaubhaft, aber das zu hohe Gewicht bleibt bestehen. Frust. Dabei wäre einfach nur eine regelmäßige Ausdauer-Sportbewegung die Lösung des Problems, aber unbequem.

Nicht genug damit. Männer machen Sport, na klar! Zum Beispiel Fußball. Anstrengend. Doch: Eine Stunde Kicken, danach zwei Stunden chillen in der Sportplatz-Kneipe, natürlich mit mehr als einem Bierchen.

Frauen sind da viel subtiler. Heute ist es en vogue,einen neuen Lebensabschnitt mit einem neuen Partner zu beginnen. Das ist sehr angenehm, man sitzt abends zusammen und chillt ebenfalls. Gemütlich. Natürlich ist das gemeinsame Gläschen Wein von solchen Abenden nicht wegzudenken. Jeden Abend? Jeden Abend!

Was passiert jetzt? Etwas ganz Spezielles. Ehe sich Mann und Frau versehen, kommt es zu einem regelmäßigen Alkoholgenuss, jeden Abend, natürlich „gepflegt“. Ohne Schwips. Wie bereits gesagt, wird der Körper niemals Energie unnötig verschwenden. Doch Alkohol, egal in welcher Form, ist ein extrem starker Energieträger. So stark, dass wir mit Alkohol sogar Autos fahren können (E 10-Benzin)! Umgerechnet besitzt ein 0,2 Liter-Glas Wein in etwa genau so viele Kalorien wie eine Portion Gulasch mit Reis!. Das heißt, dass die zwei Glas Wein am Abend zur Essensportion Gulasch mit Reis ziemlich genau DREI Portionen Gulasch mit Reis entsprechen! Wer würde davon nicht zunehmen !?

Doch es geht noch weiter: Alkohol besitzt eine ganz besondere negative Eigenschaft, die viel zu wenig bekannt ist. Alkohol benebelt bzw. beruhigt nicht nur angenehm, sondern er schaltet sich direkt und sehr intensiv in den Körper-Stoffwechsel ein und unterstützt damit die Ausbildung einer ganz besonderen, sehr eigenwilligen Fettgewebs-Sorte: Das sogenannte intestinale Fett. Das „Intestinum“ sind die Baucheingeweide, und die können reichlich Fettgewebe zwischen den Darmschlingen abspeichern. Die isolierte Anlage eines solchen Fettgewebes unterstützt Alkohol im Rahmen seiner Verstoffwechselung im Körper enorm. Das Fettgewebe nimmt unter regelmäßiger Alkohol-Einnahme zu, der Rumpf wird dicker. Besonders typisch ist, dass im gleichen Zuge die Extremitäten kaum neues Fettgewebe anlagern. Es handelt sich also um eine „rumpfbetonte Fettverteilungsstörung“, eine „rumpfbetonte Lipomatose“.

Hier scheinen Mann und Frau unterschiedlich zu reagieren. Während bei der Frau sich das überschüssige Fettgewebe meist nicht nur zwischen den Darmschlingen, also innerhalb des Bauchraumes ansammelt, sondern auch außerhalb zwischen Haut und muskulärer Bauchdecke, sind Männer unter regelmäßigem Alkoholkonsum offensichtlich doppelt benachteiligt, weil ab einem gewissen Alter ein weiterer Faktor hinzukommt: Testosteron-Mangel. Der Mangel des männlichen Geschlechtshormons scheint die vermehrte Anlage intestinalen Fettgewebes stark zu begünstigen, oder durch die vermehrte Anlage intestinalen Fettgewebes sinkt der Testosteron-Spiegel im Blut. So genau weiß man das noch nicht. Das heißt, dass ein „Bierbauch“ allzu häufig auch mit einer reduzierten Libido einhergehen könnte, eine ziemlich unangenehme Kombination.

Leider viel zu oft hatte ich Männer zwischen 50 und 70 Jahren zur Beratung in meiner Sprechstunde bezüglich Fettabsaugung des Rumpfes (meist Bauches), doch ich konnte nicht helfen, denn es gab nur eine sehr dünne Fettgewebsschicht zwischen Haut und Bauchdecke, die man hätte absaugen können, und diese Saugung hätte fast keinen Effekt gehabt. Statt dessen war der Bauch oft ordentlich prominent, denn alles überschüssige Fettgewebe lag innerhalb des Bauchraumes, zwischen den Darmschlingen. Da kann keiner absaugen.

Die richtige Therapie in diesem Fall? Sofort den Alkoholkonsum einstellen und maximal einmal wöchentlich 1-2 Gläser Wein oder Bier genießen. Zusätzlich Bestimmung der Hormone im Blut, und - abhängig von der Hormonbestimmung - wahrscheinlich eine dauerhafte Hormonersatztherapie mit Testosteron-Gel. Natürlich unter urologischer Kontrolle, vor allem der Prostata.

Was kann der Plastische Chirurg gegen den Bauch tun?

Bei der Frau in der Regel sehr viel. Beim Mann oft weniger, aber vielfach auch genug.

Das Prinzip der Fettabsaugung am Bauch und Rumpf fußt auf einer ausreichenden Fettgewebs-Ansammlung unter der Haut, also außerhalb des Bauch-Innenraumes.

Hier gibt es bei den Frauen am meisten zu holen, denn die geschlechtsspezifischen, also hormonell bedingten Fettansammlungen wie der „Baby-Bauch“, der „Hüftspeck“, die Taillen-Polster und die Rückenpolster, die unter dem BH-Gurt hervorquellen, sind frauentypisch. Auch die Achsel-Fettpolster, die nach vorne neben dem BH herausquellen, sind lästig, unbeliebt, aber weiblich.

Männer weisen typischer Weise sogenannte „Rettungs-Ringe“ über den Hüften auf. Im englisch-sprachigen Raum gibt es dafür ein besseres Wort: „Lovehandles“.

Männer und Frauen scheinen im Mittel- und Oberbauch annähernd gleich zu liegen, wenn die Fettansammlung nicht hormonell bzw. alkoholisch verursacht ist.

Die hormonellen Fettpolster und ihr Sinn

Sowohl eine Schwangerschaft, als auch die Vortäuschung einer Schwangerschaft (die Pille) sind in der Lage, bei Frauen hormonell bedingte „Reserve-Fettpolster“ anzulegen, die ursprünglich in der menschlichen Evolutionsgeschichte dazu dienten, einer stillenden Mutter Energiereserven für ihr Kind zu bewahren, die sie weder durch starkes Abnehmen noch durch längere Hungerperioden (z. B. im Winter) verlieren konnte. Hierdurch wurde die Ernährung und damit das Überleben des Kindes gesichert.

In unserer heutigen Gesellschaft sind solche - früher überlebenswichtigen - Fettreserven unnötiger und ungeliebter Ballast, denn die meisten Menschen in den Industrieländern haben regelmäßig genug zu essen. Die Pakete stören, quellen über dem Gürtel oder der Jeans hervor und bilden die „Fettrollen“ beim Sitzen.

Diese Polster können also niemals durch starke Gewichtsreduktion „weggehungert“, bestenfalls gemildert werden. Sie sind die Grundlage für eine körperformende Fettgewebsabsaugung (Liposuktion).

Nachfolgend will ich die einzelnen Liposuktions-Regionen des Rumpfes gerne im Einzelnen beschreiben. Sie werden sich bestimmt wiedererkennen.

Der Babybauch

Der „Babybauch“ ist eine typisch weibliche Ansammlung von Fettgewebe zwischen Bauchnabel und Schamhügel im Unterbauch. Schon die alten Künstler früherer Jahrhunderte haben ihn dargestellt, von Rubens bis Botticelli mit seiner berühmten „Venus“. Heute quillt dieses Pölsterchen über den Jeans-Gürtelrand vor und stört Frau.

Im Rahmen der Fettgewebs-Absaugung kann dieses eigentümliche, besonders weich strukturierte Fettgewebe verhältnismäßig leicht entfernt werden. Es ist ganz wesentlich abhängig von der Hautqualität und dem Alter der Haut, wie gut der Hautmantel darüber zurückschrumpfen kann. Besonders bei vorhandenen Schwangerschaftsstreifen müssen gewisse Kompromisse eingegangen werden, denn jeder einzelne Schwangerschaftsstreifen entspricht einer Narbe, also „minderwertigem Haut-Ersatzgewebe“, das alle Hautschichten bis in die Tiefe durchdringt. Soll eine solche Haut schrumpfen, dann kann sie es nicht so gut wie eine gesunde Unterbauch-Haut, denn die Eigen-Elastizität ist durch die Narben entsprechend eingeschränkt.

Hierbei kommt es ganz besonders auf die Erfahrung und vor allem die Bereitschaft des Plastischen Chirurgen an, diese Haut mit reduzierter Elastizität so präzise wie möglich abzusaugen. Da in solchen Fällen eine große Fläche mit einer runden Kanüle bearbeitet wird, gestaltet sich das schwieriger, als allgemein angenommen. Denn als zusätzlicher Faktor kommt vor allem bei großen Absaugungen hinzu, dass irgendwann der leer gesaugte Hautmantel wie ein leerer Sack erschlafft in alle Richtungen schwappt und die exakte Schichtdicke des Rest-Gewebes gar nicht mehr exakt genug beurteilt werden kann, trotz größter Sorgfalt.

Je größer also die abgesaugte Fettgewebs-Menge des entsprechenden Areals, je mehr die Haut mit Schwangerschaftsstreifen vorgeschädigt ist, desto mehr Toleranz bezüglich des Endergebnisses muss die behandelte Person aufbringen. Je mehr Schwangerschaftsstreifen, desto welliger muss das Ergebnis der Absaugung erwartet werden.

Aber keine Angst, ich kenne keine Patientin, die nicht glücklich über den „verlorenen Speckbauch“ gewesen wäre.

Leider gibt es hier noch einen Pferdefuß, vor allem bei sehr kräftigen Frauen: Je lockerer die Bauchhaut durch Absaugung wird, umso mehr tendiert sie, nach unten zu fallen. Das kann besonders bei sehr kräftigen Frauen zum Absinken des Schamhügels führen, weil dieser oft kombiniert mit einem fettreichen Unterbauch ebenfalls kräftige und schwere Fettpolster aufweisen kann. Hier sollte präoperativ mit dem Chirurgen besprochen werden, ob auch in diesem Sinne Handlungsbedarf besteht, d.h. der Schamhügel in begrenztem Umfang mit abgesaugt werden sollte.

Besonders wichtig ist ein Aspekt im Rahmen der Nachbehandlung dieser Region: Die im Unterbauch durch Liposuktion vom Untergrund abgelöste Haut ist locker, muss einerseits schrumpfen und sich andererseits wieder an den Untergrund anheften. Sie ist also sehr reaktiv und will schnellstmöglich mit dem Untergrund verkleben, später narbig verwachsen. Selbstverständlich ist das angestrebte ästhetische Ziel ein glatter Unterbauch. Wenn jedoch die behandelte Patientin postoperativ häufiger sitzt, dann bildet diese Haut typische, quere Sitzfalten im Unterbach, die sehr tief sein können. Sind sie im Verlauf des Heilungs-Beginns erst einmal fest eingegraben und fixiert, bleiben sie für immer, auch im Stehen. Das heißt als Konsequenz: Wenn keine solchen bleibenden Falten entstehen sollen, ist Frau strengstens verboten, in den ersten 7 Tagen, besser 10 Tagen zu sitzen! Ja, Sie haben richtig gelesen: Sie dürfen Ihr Frühstück im Stehen einnehmen, gerne auch kniend mit aufrechtem Oberkörper, Liegen ist auch kein Problem, aber sitzen geht zumindest die erste Woche gar nicht! Stellen Sie sich besser darauf ein. Auch diese Zeit geht schneller vorbei als man glaubt.

Die Region um den Bauchnabel

Der Bauchnabel ist ein ganz besonderer Teil des menschlichen Körpers, nämlich der Mittelpunkt. Um den Bauchnabel treten kreisrund zahlreiche Blutgefäße und Nerven aus der Bauchdecke senkrecht in die Haut ein. Außerdem kommt der Bauchnabel direkt aus dem Bauchraum, daher stammen auch die Nerven von dort.

Wird der Bauch um den Nabel herum dicker, dann verlängert sich damit auch der sogenannte „Nabelstiel“, also die Tiefe des Bauchnabels. Der Bauchnabel wird so zu einem „tiefen Loch ohne Boden“, in dem sich allerlei Hautschuppen, Stoff-Fasern und Ähnliches ansammeln können und das oft sehr schwer und unübersichtlich zu reinigen ist.

Das heißt, dass hier oft Haut auf Haut liegt und eine Schwitzfalte entstehen kann, in der sich nicht nur Flusen der Kleidung ansammeln, sondern auch reichlich Bakterien. Das kann für die Operation nicht ungefährlich sein, daher ist eine vorbereitende, optimale Nabelhygiene extrem wichtig für die Operations-Sterilität.

Die Absaugung bewirkt, dass der Nabelstiel kürzer werden soll. Dafür wird der versteckte Schnitt für die Absaugung ganz tief in den Nabelstiel gesetzt, um die Ästhetik dieses hübschen und wichtigen Körperteils nicht zu stören. Ich versuche regelmäßig, hier mit einem kleinen, später nicht mehr erkennbaren Schnitt auszukommen. Dabei kann es trotz bester örtlicher Betäubung möglich sein, dass es um den Bauchnabel herum während der OP etwas zwickt, weil eben die beschriebenen Nerven etwas schwieriger zu betäuben sind als in anderen Regionen.

Trotzdem gebe ich mir mit dem Bauchnabel immer ganz besonders viel Mühe, um ihn so optimal wie möglich in einen ästhetischen Bauch zu integrieren.

Nachteilig kann sein - besonders bei sehr langem Nabelstiel - dass der vom Fett befreite Bauchnabel in eine Richtung „umfällt“ und daher unter der Kompressionswäsche nicht exakt in der Mitte festwachsen könnte. Hier ist also auch postoperativ anfangs besondere Sorgfalt geboten, den Bauchnabel unter der Kompressionswäsche optimal zu platzieren. Und Sie müssen aufpassen, wenn Sie nach Hause kommen.

Ebenfalls beachten muss der Operateur vor der OP, dass der Bauchnabel auf eventuelle Brüche untersucht wird. Ein Nabelbruch sollte zumindest dem Operateur bekannt sein und entsprechend operativ geschont werden. Ist eine operative Behandlung des Nabelbruches erforderlich, berate ich Sie gerne, wie Ihr Nabel ohne entstellende Narben optimal von seinem Bruch befreit werden kann. Ich habe leider schon viel zu viele Menschen mit operativ narbig entstellten Bauchnabeln sehen müssen, schade.

Der Oberbauch

Jetzt wird es schwierig. Das Fettgewebe im Oberbauch ist ganz besonders fest und „faserig“, daher extrem schwer abzusaugen. Dies ist auch der Grund, warum viele Operateure - nach meiner Erfahrung auch besonders für Liposuktionen bekannte Operateure und Kliniken - ihren Patienten folgendes sagen: „Das ist der Magen, da kann man nichts machen“. Das ist natürlich Quatsch. Einmal behandelte ich einen Mann, der von einem Professor für Kieferchirurgie am Bauch abgesaugt worden war. Und zwar nur am Unterbauch, wo das weiche Fettgewebe vorherrscht. Das festere Fettgewebe um den Bauchnabel und im Oberbauch wurde unverändert belassen, was dem bedauerlichen Patienten ein äußerst groteskes Aussehen verlieh. Ich brauchte viele Stunden OP-Zeit und reichlich Geduld, um dies zu korrigieren.

Das „holzige“ Fettgewebe des Oberbauches ist nicht nur wesentlich schwerer abzusaugen, es stellt auch enorm höhere Anforderungen an die Erfahrung und das Feingefühl des Operateurs. Denn einerseits muss er viel Kraft aufwenden, um die derbe Fettgewebsschicht immer wieder durchdringen zu können, andererseits ist immer zu beachten, dass die tiefen Strukturen mit viel Sensitivität ertastet, erkannt und geschont werden müssen, um nicht tiefe Strukturen zu verletzen. Der erfahrene Operateur schafft dies jedoch problemlos, dafür stehe ich gerne ein.

Der besondere Vorteil der Oberbauch-Fettabsaugung: Ein wahnsinnig schön gestalteter, harmonischer Bauch und Rumpf. Diese Liposuktions-Region lohnt sich immer.

Der Rippenbogen, unser „RiBo“

Wird der Bauch durch das Absaugen des Ober- und Unterbauches mit Nabel-Region schon zum kleinen Kunstwerk, bedeutet die Formung und Ausarbeitung des Rippenbogens das absolute Meisterstück. Kaum ein Operateur denkt daran, den Rippenbogen auszuarbeiten, dabei ist gerade diese Region so besonders wichtig für eine optimale Ästhetik.

Gemeint ist die Region vom vorspringenden Rippenbogen bis zur Unterbrustfalte.

Bezieht man den RiBo nicht in die Absaugung des Bauches mit ein, dann steht er im schlimmsten Fall als eine Art „grober Kloß“ über dem Bauch vor, mit seinem sehr festen Fettgewebe. Das sieht nicht besonders schön aus. Daher empfehle ich bei der Rumpf-Absaugung fast immer, den Rippenbogen mit auszuformen.

Zuerst der Nachteil: Die Ausformung des Rippenbogens ist noch ein Stück schwieriger als die des schon komplizierteren Oberbauches. Der Operateur geht „hart auf die Rippen“, und das kann sowohl während der Operation als auch hinterher ein wenig mehr Schmerzbelastung bedeuten, allerdings ist dies gut tolerierbar, für ein gutes Ergebnis. Wem das dennoch zu schwer fällt, wird während der OP ein wenig mehr medikamentös abgeflacht, denn Schmerzen muss hier niemand erleiden. Hinterher reichen ohnehin eine Tablette Paracetamol oder Ibuprofen.

Die Vorteile sind unschlagbar: Es zeigt sich nicht nur ein ästhetisch ansprechender Rippenbogen. Die Absaugung und reduzierende Formung reicht ja bis hinauf zur Unterbrustfalte. Indem hier mehr Gewebe unter der Brust entfernt wird und die Unterbrustweite sich damit reduziert, während die Brust gleich groß bleibt, entsteht automatisch eine im Verhältnis größere Brust. Also quasi eine „Brustvergrößerung durch Fettabsaugung“! Aus einem 85 B-Körbchen könnte also z.B. ein 80 C werden, manchmal auch nicht ganz so deutlich, aber immer sichtbar. Dagegen hatte bisher noch nie eine Frau etwas einzuwenden.

Die Taille

Die Taille ist der Bereich des Rumpfes seitlich vom Ober- und Unterbauch, vom Rippenbogen bis zur Hüfte, der bis nach hinten zur Wirbelsäule, der hinteren Mittellinie, zieht.

Wird die Taille neben dem Ober- und Unterbauch nicht abgesaugt, dann entsteht in der Regel ein kastenartiges, formreduziertes Aussehen des Rumpfes, das wenig empfehlenswert ist. Daher gehört die Formung der Taille in aller Regel zur Formung des Rumpfes als fester Bestandteil dazu. Einzige Ausnahme können gesundheitliche Probleme der Patientin sein, insbesondere bezüglich des Herz-Kreislauf-Systems. In diesem Zusammenhang könnte präoperativ entschieden werden, dass man die Taille erst als Zweiteingriff formt, um Herz und Kreislauf nicht zu sehr zu belasten. Dies ist in der Praxis jedoch eher sehr selten der Fall.

Die operative Formung der Taille kann nur in Seitenlage erfolgen. Sie müssen sich also während der Operation aus der Rückenlage für die Vorderbauch-Absaugung in die Rechts- und Linksseitenlage drehen, natürlich langsam, vorsichtig und mit unserer Hilfe und Aufsicht.

Es ist unglaublich, wie bemerkenswert viel die Fettabsaugung der Taille bewirken kann. Da die Haut der Taille sehr dick ist, gibt es praktisch nie ein Hautschrumpfungs-Problem. Dies ist immer eine sehr effektvolle Körperformung.

Dabei kann der Operateur - in Absprache mit seiner Patientin - sehr wohl bestimmen, wie viel hier abgesaugt werden soll, d.h. ob eher eine „Wespentaille“ oder lediglich eine leichtere oder mäßigere Taillierung gewünscht ist. In aller Regel tendiert man dahin, die Form der Taille an die Gesamtform des Rumpfes anzupassen und es manchmal nicht zu übertreiben. Allerdings kam es auch schon vor, dass eine junge Frau mit ansonsten schlanker Figur von einer wespenartigen „Extrem-Taille“ sehr profitiert hat.

Die Formung der Taille ist nicht wesentlich schmerzhaft.

Die Hüften

Die Hüftregion ist derjenige Anteil des unteren Rumpfes, der nach außen das Becken verbreitert. Viele Frauen sprechen diesbezüglich von einem „dicken Hintern“, aber auch von einem „Rubens-Po“.

Die Fettpolster der Hüften unterliegen ebenso wie das Unterbauch-Fettgewebe einer intensiven hormonellen Beeinflussung.

Die Liposuktion der Hüften erfolgt, ebenso wie die der Taille, in Seitenlage. Daher ist es durchaus sinnvoll, diese beiden Regionen gemeinsam zu behandeln.

Wird eine betont runde Gesäß-Form von Ihnen nicht angestrebt, sondern eher die knappe, schlanke, in eine enge Jeans passende, dann können diese Fettpolster gut reduziert werden. Diese Absaugung ist eher nicht schmerzhaft, das Fettgewebe hier weich.

Entscheidend für den Operateur ist, dass nicht nur die Hüften „leergesaugt“ werden, sondern ganz besonders auf die passende Proportion im Vergleich zur Taille beachtet und der Übergang dahin glatt und weich gestaltet wird. Dies halte ich für extrem wichtig.

Der Rücken (Thorax)

Die Rücken-Fettpolster sitzen im Rippenbereich in Höhe der Brust außen am Brustkorb und quellen üblicher Weise unter oder seltener neben dem BH-Rückengurt unangenehm hervor.

Im entkleideten Zustand fällt die mit Fettpolstern angefüllte, erschlaffte Rückenhaut nach beiden Seiten wie die Äste eines Tannenbaums nach unten, daher die Bezeichnung „Tannenbaum-Phänomen“.

Zahlreiche Frauen fühlen sich von diesen Fettpolstern beeinträchtigt. Viele Ärzte bieten diese Operation nicht an. Was steckt dahinter?

Die Haut am Rücken ist extrem dick, das Fettgewebe über den Rippen des hinteren Brustkorbs besonders derb und fest, kann also nur mit viel Mühe abgesaugt werden. Die Absaugung ist für den Operateur sehr anstrengend. Großes Feingefühl, Erfahrung und Sorgfalt sind andererseits erforderlich, um an dieser empfindlichen Stelle nichts zu verletzen.

Fast immer sind Frauen mittleren Lebensalters von solchen lästigen Fettpolstern betroffen, meist ab dem 45. Lebensjahr.

Die Absaugung dieser Region schafft immer Vorteile, ist kaum schmerzhaft. Allerdings sollten Sie nicht erwarten, dass die Rückenhaut so glatt wird wie bei einer 20-jährigen Frau. Gewisse Restfalten bleiben fast immer bestehen, weil die Rückenhaut hier einerseits nur in begrenztem Maße schrumpfen kann, andererseits postoperativ unglaublichen Scherbelastungen durch alle Körper- und Armbewegungen unterliegt, einschließlich des Liegens auf der Seite und am Rücken, so dass es der Haut nicht vollständig möglich wird, ohne gewisse Lockerheit am Untergrund wieder festzuwachsen und dort zu vernarben.

Sie können ja versuchen, diese Belastungen nach Ihrer Operation durch konsequentes Schonungsverhalten zu reduzieren, um das Ergebnis zu optimieren. Hierzu würde gehören, dass Sie Ihre Oberarme mindestens 2 Wochen lang fest am Körper halten, ohne sie vom Rumpf wegzubewegen, nicht auf der Seite zu schlafen, sondern nur auf dem Rücken, den Rumpf beim Schlafen auf der Matratze nicht zu verschieben, damit die operativ abgelöste Haut nicht über dem Untergrund verschoben wird, und sich auch nicht zu bücken, weil dann die Rückenhaut erneut auf ihrem Untergrund gedehnt und verschoben wird. Sie könnten ja auch in die Knie gehen, wenn Sie etwas vom Boden aufheben möchten. Ganz schön schwierig, aber mit der nötigen Disziplin für begrenzte Zeit irgendwie machbar. Sie können es ja mal versuchen, schaden würde es nichts.

Die Achsel-Fettpolster

So, wie die Rücken-Fettpolster unter dem BH vorquellen, so leiden auch sehr viele Frauen unter den - ebenfalls hormonell bedingten - Fettpolstern, die zwischen Brust und Achselhöhle über den vorderen Rand des Brustmuskels ziehen und die im Idealfall definierte Form der vorderen Achselhöhle unschön verplumpen. Nicht genug damit, quellen diese Fettpolster neben dem BH nach vorne unattraktiv vor und werden durch einen eng sitzenden BH noch verstärkt.

Dahinter steckt einerseits hormonell induziertes Fettgewebe, andererseits können dort auch Anteile des Brustdrüsenkörpers sitzen, deren Absaugung nicht möglich ist. Man müsste sie wegschneiden, wenn tatsächlich vorhanden. Meist ist zumindest eine teilweise oder fast vollständige Absaugung dieser störenden Fettansammlungen möglich. Eine attraktiv definierte, schlanke, vordere Achselhöhle ist die Folge.

Die Fettgewebsabsaugung dieser Region ist wenig problematisch, muss jedoch sehr exakt erfolgen, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Je jünger die betroffene Frau und je besser die Hautqualität, desto besser das ästhetische Ergebnis.

Die Nachbehandlung verlangt für diesen Bereich einige sehr wichtige Besonderheiten: Die Haut in der Achselhöhle unterliegt starken Verschiebungs-Kräften durch Armbewegungen. Vor allem das Weghalten der Oberarme vom Körper (z. B. beim Umziehen eines T-Shirts) und das Nachhintennehmen der Arme (Schürze zubinden, BH verschließen) bedeutet eine sehr starke Verschiebung der Achselhaut auf dem Brustmuskel, was wiederum verhindert, dass die Haut auf dem Untergrund fest werden kann, um dadurch eine glatte, nicht lockere Oberfläche zu erreichen.

In Konsequenz wären wieder alle ausladenden Armbewegungen in den ersten 2-3 Wochen unbedingt zu vermeiden, die Oberarme müssen am Rumpf bleiben! So vorbereitet und eingehalten kann mit einem recht guten Ergebnis gerechnet werden.

Rettungsringe, „Love-Handles“

Jetzt kommen die Männer dran. Ein typisches Problem des Mannes sind diejenigen Fettpolster, die sich am Rücken und den Seiten, knapp über dem Beckenring, umschrieben abbilden und die Taille verplumpen. Auch in der Kleidung, vor allem bei Slim Cut - Hemden, bilden sie sich oft nach außen hin ab. jedenfalls sind diese Pölsterchen nicht besonders attraktiv.

Den Namen „Love Handles“ im englischen Sprachgebrauch erhielten diese Fettpolster von der phantasiereichen Annahme, dass sich die Frauen beim Liebesakt hieran festhalten können …

Die Liposuction der Love Handles stellt kein großes Problem dar. Allerdings ist das Fettgewebe des Mannes ganz erheblich fester als das der Frau, und daher deutlich schwieriger abzusaugen. Die OP ist nicht wesentlich schmerzhafter, aber anstrengender für den Arzt und dauert bei gleicher Fettmenge im Vergleich zur Frau deutlich länger. Daher ist mit vergleichsweise leicht höheren Kosten zu rechnen.

Eine solche Operation findet in Seitenlage statt. So gelangt man operativ gut und sicher gut bis zum Rücken.

Mann sollte nicht erwarten, dass hinterher eine Art „Wespentaille“ wie bei der Frau herauskommt, denn der Rumpf des Mannes ist viel muskulöser gestaltet und daher wird sich der Lendenmuskel immer noch als Wulst abbilden. Sie können dies leicht überprüfen, wenn Sie sich den Rumpf eines Bodybuilders anschauen, denn die haben praktisch keine Fettgewebsschicht mehr unter der Haut, dafür aber ein ausgeprägtes Muskelrelief.

Insgesamt bedeutet die formende Absaugung der Love Handles immer einen deutlichen Figurgewinn für betroffene Männer. Wenn es sich nicht um eine deutliche Gewichtszunahme, sondern eine eher umschriebene Ansammlung von Fettgewebe handelt, ist von einem lebenslangen Gewinn auszugehen.

Fettabsaugung des Rumpfes beim Mann

Die Fettabsaugung des Rumpfes beim Mann ist ein wenig problematischer als die der Frau. Die Gründe habe ich in diesem Kapitel bereits beschrieben.
Wie ist das passiert, mit meiner ungeliebten Figur?

Ungeachtet dessen findet sich immer wieder ein Mann in meiner Praxis ein, dessen Bauch für eine Liposuktion geeignet ist. Dies kann ich allerdings erst durch eine persönliche körperliche Untersuchung feststellen, keinesfalls auf Bildern, die öfter unsere Praxis erreichen.

Gelegentlich lassen sich nur einzelne Problemzonen absaugen, manchmal auch der gesamte Rumpf formen.

Ganz wesentlichen Einfluss hat das jeweilige Alter und die Lebensführung des Mannes. Die Wahrscheinlichkeit, eine Absaugung des Rumpfes vornehmen zu können, findet sich eher bei etwas älteren Männern, da hier die Muskelmasse oft bereits geschwunden und vermehrt durch Fettgewebe ersetzt worden ist.

Am häufigsten kommen Männer zur Liposuktion ihrer vergrößerten Brust in unsere Praxis. Hier können wir Hervorragendes leisten, fast immer ohne sichtbare Narben und mit einem sehr natürlichen Ergebnis. Sehen Sie hierzu das Kapitel Männerbrust.

Einige Besonderheiten zur Liposuktion

Die Liposuktion ist ganz bestimmt keine Methode zur Gewichtsreduktion. Bitte kommen Sie nicht mit der Absicht in meine Praxis, Ihr Übergewicht durch mich behoben zu bekommen, ich würde Sie konsequent abweisen. Denn die Liposuktion ist definitiv die schlechteste Methode von allen zur Gewichtsreduktion, aber die beste von allen zur Körperformung.

Der geeignetste Patient für die Liposuktion ist die- oder derjenige, die/der schlank, aber von umschriebenen Fettansammlungen betroffen ist. Bei diesen Menschen lässt sich Wunderbares erreichen.

Bei Übergewichtigen allerdings wird es nicht lange dauern, bis dieselben Fettpolster wieder da sind, weil sie ihre Lebens- und Essgewohnheiten ebenso wenig verändern wie ihren täglichen Kalorienverbrauch!

Was ist die Konsequenz für Sie aus dieser „harten“ Einschränkung? Gemeint ist, dass Se nicht erwarten können, sich „bequem“ in „ärztliche Wunder-Hände“ zurücklehnen und ansonsten alles beim Alten belassen zu können. Das wäre weit neben der Realität gelegen.

Richtig und gut wäre, auch bei übergewichtigen Menschen, dass Sie einerseits ein Programm zur Kalorienzufuhr-Reduzierung, andererseits ein Bewegungs-Programm zum vermehrten Kalorien-Abbau und gezielten Muskel-Aufbau bereits vor der Operation eingeleitet haben.

Bitte vergessen Sie niemals: Muskel-Gesundheit ist auch Körper-Gesundheit! Eine gut erhaltene oder aufgebaute Muskulatur verbraucht auch in körperlicher Ruhe regelmäßig Energie und wird Ihnen damit beim Abnehmen eine hervorragende Hilfe sein!

Noch ein Geschenk für Sie zum Schluss

Welches Geschenk kann eine Patientin / ein Patient von ihrem / seinem Plastischen Chirurgen erwarten? Ein ganz besonderes:

Denken wir zuerst einmal kurz nach: Unser ungeliebtes Fettgewebe besteht immer aus einer Ansammlung von Fettzellen. Fettzellen haben die besondere Eigenschaft, wie ein großer, runder, gefüllter Luftballon auszusehen. Sie sind angefüllt mit Fetten, die den Zell-Innenraum derart stark aufblähen, dass der Zellkern an der Zellwand regelrecht platt gedrückt wird. Durch diese „aufgeblasene“ Form entsteht in der Summe auch die „Polster-Wirkung“ des Fettgewebes.

Jedes Mal, wenn Sie eine Diät beginnen, kommt es zu einem gewissen Verlust der Fette innerhalb der Fettzelle, weil diese Fette als Energiespeicher ja benötigt und verbraucht werden. Der zuvor „aufgeblasene“ Luftballon verliert also einen Teil seines Volumens. Das registriert die Zelle und wird „panisch“: Sie schüttet offenbar ein ganz intensiv wirksames „SOS-Hormon“ in das Blut aus, das beim Besitzer des Körpers einen intensiven Heißhunger auslöst. Der Effekt: Vorrangige Nahrungssuche. Und zwar exakt so stark, wie die Fettzellen an Kalorien benötigen, um wieder angefüllt und damit „beruhigt“ zu sein.

Dieser in der Evolution des Menschen sicher überlebenswichtige, biologische Mechanismus hat in der zivilisierten Welt der Illustrierten einen neuen Namen bekommen: „Jo-Jo-Effekt“.

Jetzt kommt der Clou und Ihr Geschenk: Im Rahmen der Liposuktion werden in der Regel viele Millionen Fettzellen entfernt und ins Nirvana geschickt. Das heißt, dass Millionen Fettzellen nach der Operation kein „Heißunger-Hormon“ mehr in den Blutkreislauf entsenden können, wenn ein Hunger-Zustand entsteht. Es müssen all diese Fettzellen auch nicht wieder aufgefüllt werden.

In Konsequenz heißt das, dass Menschen nach einer Liposuktion deutlich weniger Hunger und Appetit haben, auch weniger Verlangen nach Süßem. Wenn sie in dieser Phase auf ihren Körper hören und nicht wieder wie vor der OP gewohnt weiter essen und weiter sündigen, besteht eine extrem große Chance, noch viel mehr Fettgewebe abzunehmen, als überhaupt abgesaugt wurde, wie ich immer wieder nach meinen Operationen im Rahmen der Nachbehandlung feststellen konnte. Hierzu ein Beispiel: Einer ca. 50-jährigen Frau werden 4 Liter Fettgewebe im Rahmen einer Rumpf-Formung abgesaugt. Da Fettgewebe leicht ist und etwa die Hälfte von Wasser wiegt, hat die Frau bei ihrer Operation 4 Volumen-Liter, aber nur ca. 2 kg reales Gewicht verloren. Im weiteren Verlauf achtete sie auf ihren Appetit, hatte weniger Hunger und aß dementsprechend auch weniger, indem sie auf ihren Körper „hörte“. Im Rahmen der Abschlusskontrolle nach 6 Monaten berichtete die Patientin mir, dass sie seit der Operation eine schwankende Gewichts-Abnahme von 8-10 kg (!) festgestellt habe und war mit ihrer Figur mehr als zufrieden.

In diesem Zuge ist also nicht selten zu bemerken, dass eine Fettgewebs-Absaugung zu einem 2- bis 3-fachen Gewichtsverlust der abgesaugten, reinen Fettgewebs-Menge führen kann, wenn die Operierten ihre postoperativen Ernährungsgewohnheiten auf ihr neu gewonnenes Appetit-Profil einzustellen in der Lage sind. Ist das nicht ein phantastisches Geschenk!?

In die Zukunft gedacht

Diese Erkenntnis ist eine reine, aber regelmäßige Beobachtung von mir im Rahmen meiner täglichen operativen Praxis und noch nicht durch gezielte wissenschaftliche Untersuchungen belegt. Sollte sie stimmen, dann wäre dies eine kleine wissenschaftliche Sensation, denn unter konsequenter ärztlicher Kontrolle könnten bei extrem übergewichtigen, therapieresistenten Patienten die Heißhunger-Phasen durch wiederholte, großvolumige Liposuktionen allmählich reduziert werden. Dies könnte die viel gefährlicheren und „innerlich verstümmelnden“ Magen-Umgehungsoperationen in Zukunft unnötig machen. Allerdings wären solche Vorgehensweisen für mich als einzelnen Arzt in der Praxis vom Aufwand her nicht durchführbar. Hierfür bräuchte es ganze Kliniken mit mehreren Ärzten und spezialisationsbereiten Abteilungen. Aber warum sollte die Zukunft nur aus einer technischen Verbesserung von Smartphones bestehen … !?

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Beratungstermin in unserer Praxis für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Darmstadt

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Mo-Do von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr, außer dienstags. Vereinbaren Sie bitte einen persönlichen Beratungstermin unter:

Tel. 06155 - 87 88 84