Dr. med. Roman Fenkl
Plastische & Ästhetische Chirurgie
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Eine 17-jährige Patientin mit einer Tubulären Brust

Diese junge Frau kam im Alter von 17 Jahren mit ihren Eltern in meine Praxis, weil sie nach ihrem Empfinden „eine zu kleine Brust“ habe und darunter sehr leide. Ihre Absicht war es, eine Brustvergrößerung mit Silikon-Implantaten durchführen zu lassen.

Ich untersuchte die junge Frau und maß ihre Brust exakt aus. Dabei fiel auf, dass ihre Brüste nicht nur zu klein und deutlich unterschiedlich groß und unterschiedlich geformt waren. Vielmehr stülpten sich beide Brustwarzen „hütchenförmig“ vor. Der Grund war ein prolabierender (sich wie eine Art Leistenbruch durch die weichere Brustwarzen-Haut vorstülpender) Brustdrüsenkörper, eines der typischen Zeichen für die vorliegende Brust-Fehlbildung.

Wichtiger waren noch zwei Kennzeichen dieser Fehlbildung: 
Die Distanz zwischen dem unteren Brustwarzenrand und der Unterbrustfalte war sehr kurz, nämlich rechts nur 2,5 cm und links 3 cm. Eine gesunde und natürlich aussehende Brust benötigt mindestens 5-6 cm oder mehr, je nach Brustgröße.

Die Grundfläche der Brust, d.h. diejenige Fläche, mit der die Brust auf dem Brustkorb aufsitzt, im englischen Sprachgebrauch der sog. „Footprint“ oder „Fußabdruck“ der Brust, ist viel zu klein und vor allem zu schmal. Denn eine natürlich aussehende Brust zeigt innen immer eine gewisse Wölbung im Décolleté, jedoch außen (lateral) reicht sie in der frontalen Ansicht zumindest minimal über den Brustkorb hinaus. Dies ist hier viel zu wenig der Fall, der „Footprint“ der Brust ist auf beiden Seiten zu klein, auf der rechten Patientenseite kleiner als links.

Fotos: Dr. med. Roman Fenkl, mit schriftlicher Zustimmung der Patientin

Beispiel einer Tubulären Brust
Beispiel einer Tubulären Brust seitliche Ansicht

Hier liegt eine typische, wahrscheinlich angeborene Fehlbildung im Sinne einer Tubulären Brust vor. Tubulär deshalb, weil sie – bei zu schmaler Brustbasis oder zu schmalem „Footprint“ röhrenförmig (tubulär) nach vorne wächst. Es gibt nach der Klassifikation dieser Fehlbildung nach v. HEIMBURG insgesamt 4 Schweregrade. Beim ersten (leichtesten) Schweregrad kann man die röhrenförmige (tubuläre) Brustform gut erkennen. Bei dieser Patientin liegt der höchste Schweregrad (Grad 4) vor, mit fast fehlender Brust, bei der sich der Brustdrüsenkörper durch die Brustwarze mit sehr schmaler Basis rüsselartig nach außen vorstülpt. Daher trägt diese Fehlbildung im deutschsprachigen Raum auch den hässlichen Namen „Rüsselbrust“.
 

Welche Operationstechnik ist die richtige?
Es ist sehr typisch für die tubuläre Brust-Fehlbildung, dass die Hautstrecke zwischen unterem Brustwarzenrand und der Unterbrustfalte sehr kurz ist. Das liegt daran, dass der originäre Brustdrüsenkörper zwischen der Ebene der Brustwarze und der Unterbrustfalte zugrunde gegangen, also nicht mehr existent, und zu einer Art Narbengewebe degeneriert (verkümmert) ist. Dieses Narbengewebe ist sehr fest und will nicht nachgeben, auch nicht, wenn man versucht, es mit einem Silikonimplantat aufzudehnen.

Das ist der Grund, warum ich in diesem Fall von einer Implantat-Vergrößerung der Brust abgeraten habe. Denn trotz bestmöglicher Operationstechnik hätte man mit einer sehr unschönen Brustform rechnen müssen, mit nach unten zeigender Brustwarze.

Anders durch Eigenfett-Transplantation (AFT): Es ist sehr typisch für Frauen mit dieser Brust-Fehlbildung, dass sie etwas übergewichtig sind (der Grund hierfür ist wissenschaftlich noch nicht gefunden), und daher war reichlich eigenes, transplantierbares Fettgewebe vorhanden. Sie würde also doppelt profitieren, einerseits an der Entnahmestelle des Fettgewebes und andererseits dort, wohin das Fettgewebe transplantiert würde. Der weitere Profit dieser Maßnahme ist nicht offensichtlich: Die mit dem entnommenen Fettgewebe auch transplantierten Stammzellen, die „Alleskönner“, würden das Narbengewebe nach verkümmertem Brustdrüsenkörper auflösen können, so dass sich der untere Teil der Brust mit der Brusthaut besser zur ästhetisch optimalen Brustform hin dehnen kann. Und genau so war es.

Beispiel einer Tubulären Brust
Planzeichnung vor der AFT

Die Patientin vor ihrer ersten AFT und die präoperative Planzeichnung, bei der die Unterbrustfalte deutlich nach unten verlagert werden sollte.

10 Monate nach der ersten ATF
Ansicht der Brust nach dem Eingriff

Die Patientin 10 Monate vor der 1. Operation und rechts 2 Monate nach der 2. Operation.
 

Neben der Ausgangsform der Brust in der Frontalebene sieht man die exakte präoperative Planzeichnung, bei der ich genau berechnet habe, wohin die „neue“ Unterbrustfalte verlegt werden sollte. Die Brust wird in 4 Quadranten (nach SIDNEY COLEMAN, NEW YORK) unterteilt und diese Quadranten je nach Bedarf mit Eigenfett aufgefüllt. Die erste Fettgewebs-Entnahmestelle war, wie man sieht, der Bauch.

Bei der ersten Operation ließen sich nicht mehr als 129 ccm Fettgewebe rechts und 139 ccm links einbringen, mehr ließ der sehr enge Hautmantel nicht zu, das transplantierte Fettgewebe kam regelrecht zurück, der Gewebedruck innerhalb des Hautmantels war zu hoch. Dennoch ließ sich der „Footprint“ beider Brüste optimal verbreitern, bis auf Idealform. Da jedoch der Hautmantel zu eng war und die Transplantatmenge dadurch begrenzt, blieb die Projektion der Brust hinter den Erwartungen etwas zurück.

Ansicht der Brust vor dem Eingriff
10 Monate nach der 1. AFT

Die Patientin vor und 10 Monate nach der ersten AFT-Operation.
 

Vor der zweiten Operation wendeten wir daher das BRAVA-System 12 Wochen lang an, um einerseits den zu engen Hautmantel vorzudehnen, aber auch andererseits die Durchblutung des aufnehmenden Brustgewebes zu verbessern und damit die Einheilung einer größeren Transplantatmenge zu ermöglichen.

Unsere Rechnung ging in vollem Umfang auf. Bei der zweiten AFT-Operation ließen sich bereits rechts 320 ccm und links 315 ccm Fettgewebe in die Brust transplantieren, diesmal entnommen von den „lästigen“ Oberschenkel-Innenseiten. Mit Erfolg. Wie man auf dem Abschlussfoto erkennen kann, weist die Brust 7 Monate nach der 2. Operation nicht nur eine ästhetisch sehr ansprechende Form auf, es wurde sogar knapp eine B-Cup-Größe erreicht. Damit war die Patientin zufrieden.

Ansicht der Brust vor dem Eingriff
Das Ergebnis nach allen OPs

Dieselbe Patientin vor allen operativen Maßnahmen und 7 Monate nach ihrer zweiten AFT-Operation. Die Brust wirkt jetzt sehr natürlich und „ästhetisch normal“. Wie man sieht, erlebte sie selbstbewusst jetzt ihren ersten, attraktiven Bikini-Sommer.
 

Wie bewertete die Patientin ihre OP-Ergebnisse?
Nicht genug mit einer neu gewonnenen, attraktiven Brust, gewann unsere Patientin auch an den Fettgewebs-Entnahmestellen. Sie sollte unter Studien-Bedingungen sowohl den Entnahmestellen als auch der Brust eine Note auf einer Punkte-Skala von 1 bis 10 vergeben, wobei 1 die schlechteste, und 10 die beste Note darstellte. 

Vor ihren Operationen hatte sie der Brust lediglich 1 Punkt vergeben, Bauch und Beinen (Oberschenkel) je 3 Punkte. 

Nach abgeschlossenen Operationen vergab sie ihrem Bauch 7 Punkte, den Oberschenkeln sogar 9 Punkte und der neu konstruierten Brust ebenfalls 9 Punkte. 

Das heißt, dass der Anstieg der subjektiven Bewertung der eigenen Brust von einem Punkt auf 9 Punkte nach nur 2 Operationen einen erheblichen Gewinn an Lebensqualität und Selbstwertgefühl mit sich gebracht hatte.

Vor der 1. OP
Planung der 1. OP

Die Patientin vor ihrer ersten AFT und die präoperative Planzeichnung in seitlicher Ansicht.

10 Monate nach der 1. OP
2 Monate nach der 2. OP

Der Blick vor der Operation in das Décolleté (so sieht auch die Patientin sich selbst) ergab eine zipfelartig spitz zulaufende Brust ohne Fülle. Bereits nach der ersten Operation hatte die Brust ihre Form und ihr Volumen deutlich positiv verändert. 

Vor der 1. OP
10 Monate nach der 1. AFT-Sitzung

Décolleté-Blick vor allen operativen Maßnahmen und 10 Monate nach der ersten AFT-Operation. Der Größen- und Formgewinn ist deutlich erkennbar.
 

Doch erst nach dem zweiten AFT-Eingriff bekam die Brust eine ästhetisch ansprechende Form, zusammen mit ausreichend großem Volumenzuwachs. Mehr hatte die Patientin nicht erwartet. Die etwas vorgestülpten Brustwarzenhöfe störten unsere Patientin nicht. Sie hätten allerdings nur mit zusätzlichen Narben um die Brustwarzen korrigiert werden können.

Décolleté-Blick und frontal vor allen operativen Maßnahmen und 7 Monate nach der zweiten AFT-Operation. Der Größen- und Formgewinn der Brust ist deutlich erkennbar.
 

Bemerkenswert ist auch der ästhetische Gewinn im Bereich des Bauches, wenn man das Foto vor und 7 Monate nach der zweiten Operation vergleicht.
Nach der 2. OP war die Patientin zufrieden und kehrte vorläufig nicht mehr in unsere Praxis zurück. Ich schließe daraus, dass sie nun mit ihrer neuen Körperform - und damit auch mit ihrer neu hinzugewonnenen Lebensqualität – zufrieden war.

Beratungstermin in unserer Praxis für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Darmstadt-Griesheim

Für weitere Informationen stehe ich Ihnen gerne in meiner Praxis für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Darmstadt-Griesheim zur Verfügung. Sie erreichen uns unter der E-Mail-Adresse info(at)dr.fenkl.de.

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