Dr. med. Roman Fenkl
Plastische & Ästhetische Chirurgie
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Lipome

Lipome sind gutartige (benigne) Geschwülste des Fettgewebes. Sie sind im allgemeinen gut abgrenzbar, weil sie von einer meist sehr dünnen Tumorkapsel umgeben sind. Man kann sie meist sehr gut tasten und gegen ihr Umgebungsgewebe verschieben. Lipome sind fast immer weich und schmerzen nicht. Lediglich wenn es sich um Angiolipome (Lipome mit einem erhöhten Blutgefäßanteil) handelt, sind diese typischer Weise vermehrt schmerzhaft.

Lipome können an den verschiedensten Stellen im Körper auftreten. Meist kommen sie überall da vor, wo es Fettgewebe gibt, z. B. am Rumpf und an den Extremitäten unter der Haut. Allerdings hat man Lipome in selteneren Fällen auch an außergewöhnlichen Stellen des Körpers gefunden, sogar im Rückenmark und im Gehirn.

Sie können entweder einzeln oder in Form zahlreicher Tumoren, über den gesamten Körper verteilt, zu Dutzenden oder gar Hunderten kommen. Oft liegt eine familiäre Vorgeschichte hierzu vor, d.h. dass eines der Elternteile ebenfalls unter Lipomgeschwülsten leidet.
Lipome, gutartige Geschwülste, sind an sich nicht gefährlich. Daher raten viele Ärzte dazu, sie nicht zu operieren. Das geht am Anfang gut, solange sie klein sind. Zuerst zeigen sie ein langsames Wachstum. Wenn sie jedoch größer werden, geschieht das Wachstum immer rascher, weil die Zellen sich eben potentiell teilen: Wenn sich 8 Zellen allmnählich teilen, entstehen nur 16 Zellen. Wenn aber 10.000 Zellen sich teilen, dann werden sie zu 20.000 Zellen. Es geht also immer rascher voran mit dem Wachstum. Aus Indien kennen wir Extremfälle, die bis zu 20 kg schwere Lipome, z. B. am Rücken, aufwiesen. In meinem eigenen Patientengut hatte ich Fälle bis zu Handballgröße, aber das ist auch schon genug.

Lipome haben eine gefährliche Besonderheit, die man besser ernst nehmen sollte: Sie besitzen einen Wachstumsdruck. Die geteilten Zellen beanspruchen natürlich mehr Platz und teilen sich immer weiter. Wie bei einem Luftballon dehnt sich die Geschwulst aus. Diese Ausdehnung geschieht leichter an Stellen, die weniger Gegendruck erzeugen. Dies sind im allgemeinen Blutgefäß- und Nervenbahnen, die für ihren Gewebe-Durchtritt ohnehin Öffnungen in den Körpergeweben nutzen. Dadurch kommt es immer wieder zum zapfenförmigen Einwachsen von Lipom-Anteilen in die Blutgefäß- und Nervenbahnen, wo sie erst im Spätstadium Verdrängungserscheinungen bewirken. Dadurch werden sie regelmäßig unterschätzt. Sollen sie radikal entfernt werden, müssen dann oft Nerven und Blutgefäße mikrochirurgisch langstreckig freigelegt werden, nicht ganz ohne Verletzungsgefahr dieser wichtigen Strukturen. Dies verlangt oft das gesamte chirurgische Geschick und viel Erfahrung, um solche Tumoren komplett zu entfernen.

Ich habe daher in vielen Jahren chirurgischer Tätigkeit eines ganz sicher gelernt: Lipome werden fast immer unterschätzt, sogar von erfahrenen Chirurgen.

Eine weitere Besonderheit von Lipomen ist es, dass sie, je größer sie werden, sich in lappenartige Unterstrukturen aufteilen. Sie bleiben nicht rund, sondern zerklüften sich. Das macht sie bei der operativen Entfernung durchaus knifflig.

Weiterhin tendieren Lipome dazu, sog. Satelliten-Lipome auszubilden. Das sind oft winzige, kleinere Lipömchen in der nahen Umgebung des Mutter-Lipoms. Wenn bei der Operation nicht sehr exakt vorgegangen wird, dann können diese kleinen Satelliten-Geschwülste leicht übersehen werden, weil sie wie Fettgewebe aussehen. Werden sie bei der Operation nicht mit entfernt, dann ist davon auszugehen, dass auf längere Sicht aus ihnen eine neue Lipom-Geschwulst entsteht, ein sog. Lipom-Rezidiv. Das Rezidiv wird dabei gerne als „schicksalhaft“ hingenommen. Tatsächlich ist der Hauptgrund jedoch fast immer eine nicht ausreichend gründliche Präparation (Ausschälung) der Hauptgeschwulst. Das verwundert nicht, denn die Krankenkassen zahlen im allgemeinen nicht gerne dafür, dass ein Arzt sich die Mühe macht, exakt auf der Tumorkapsel zu präparieren und alles fein und sorgfältig herauszuschälen. Viel eher beliebt unter Chirurgen ist die „5-Minuten-Technik“, im Rahmen der Operation einmal kraftvoll mit dem Finger das Lipom zu umfahren und auf diese Weise „rauszurupfen“. Es erübrigt sich zu betonen, dass die Rezidive in solchen Fällen schlicht vorprogrammiert sind. Aber mehr wollen auch Private Krankenversicherungen nicht gerne bezahlen, weil Lipome bei ihnen als „banale, harmlose, gutartige Geschwülste des Fettgewebes“ abgespeichert sind. Leider.

Immer wieder kommen Patienten zu mir, die größere und kleinere Lipome an anderer Stelle entfernt bekamen und seitdem an der Lipom-Entnahmestelle eine tiefe Delle besitzen. Solche „Löcher“ können ästhetisch sehr unangenehm sein, sind jedoch ebenfalls Folge einer „Billig-Medizin“. Ein Lipom, das über Jahre allmählich wachsen durfte, beansprucht einen gewissen Platz. Hierfür muss es ortsständiges Gewebe verdrängen. Entfernt man dieses Lipom dann so schnalzt das verdrängte, gesunde Gewebe nicht einfach zurück, es hat einen neuen Platz gefunden. Um eine kraterartige Eindellung unter dem Hautverschluss zu vermeiden, muss man das umliegende Gewebe, meistens Fettgewebe, in den Defekt zurück bringen. Das tut man chirurgisch durch Mobilisiereung von kleineren oder größeren Fettgewebs-Lappen, die an ihrer Durchblutung bleiben, jedoch teilweise herausgelöst und in den Defekt hinein verschoben werden. Dort müssen sie miteinander durch Nähte vorsichtig verbunden werden, um sie an Ort und Stelle zu halten. Denn vor allem die Bewegungen des operierten Patienten in den ersten postoperativen Wochen können es schaffen, dass die „butterweichen“ Fettgewebs-Läppchen aus ihren Nähten ausreißen und wieder zurück schnurren. Eine postoperative Schonzeit ist also erforderlich. Solche Fettlappenplastiken sind chirurgisch nicht einfach und erfordern eine gewisse plastisch-chirurgische Erfahrung. Die Schwierigkeit dieser Operationstechnik besteht darin, dass man bei gelungener Operation nichts sieht, die Hautoberfläche ist ebenmäßig, genau das, was man ohnehin nach einer Operation voraussetzt. In der Regel bespreche ich mit meinen Lipom-Patienten die Erfordernis solcher Fettlappenplastiken für ein ästhetisch besseres Ergebnis. Wenn die Entscheidung - meist aus Kostengründen - dagegen ausfällt, dann ist auch die Operation einfacher und deutlich kürzer. Hier liegt die Notwendigkeit einer chirurgischen Maßnahme im Auge des Betrachters, in der Vermeidung einer Entstellung.

Es gibt den selteneren Fall von Lipomen, die im Bereich des Kopfes vorkommen, bevorzugt an der Stirn oder am behaarten Kopf. Dort machen sie beulenartige, ästhetisch störende Vorwölbungen. Sitzen sie neben Nervenbahnen, dann können sie sogar migräneartige Kopfschmerzen auslösen. Vielfach werden sie an solchen Stellen etwas halbherzig operiert, weil sie dort sehr tief sitzen, meistens direkt auf dem Schädelknochen. Sie dort zu finden, ist sehr viel schwieriger als man angesichts des von außen scheinbar „einfachen“ Befundes vermuten könnte. Immer wieder besuchen diesbezüglich chirurgisch voroperierte Patientinnen und Patienten meine Praxis, bei denen nur ein Teil des Lipoms entfernt wurde und die weiterhin über Beschwerden und Rest-Lipom an derselben Stelle klagen. Die Folgeoperation ist möglich, wegen des nach der ersten - leichteren - Operation  durch das entstandene Narbengewebe jetzt jedoch deutlich schwieriger, wenn man den Schnitt z. B. im Stirnbereich im Rahmen halten möchte.

Es gibt bei manchen Menschen sehr viele Lipome über den Körper verteilt, manchmal hunderte. Jedes einzelne Lipom auf einfache Art und Weise herauszuholen, würde bedeuten, den gesamten Körper zu entstellen. Hier führt kluges, taktisches Vorgehen weiter: An vielen Lokalisationen gruppieren sich mehrere Lipome in einem Flächenbereich zusammen. Hier kann man taktisch gelegene Schnitte anlegen, von denen man mehrere Lipome über einen einzigen Schnitt erreichen kann. So ist es möglich, z. B. 4-5 Lipome über einen einzigen Schnitt zu entfernen. Auf diese Weise lassen sich manchmal in einer Sitzung 30-50 Lipome entfernen, ambulant in örtlicher Betäubung. Leider ist dazu anzumerken, dass im Rahmen unseres heutigen kassenärztlichen Gesundheitssystems „egal“ ist, ob nur ein einziges oder 30 Lipome entfernt werden, die Vergütung ist fast gleich. Daher lassen sich solche ausgedehnten Fälle nur entweder über eine Sondervereinbarung mit der Gesetzlichen Krankenkasse (GKV) oder über eine separate, private Begleitvergütung durchführen. Hierfür müssen wir Chirurgen unseren Patienten leider eine große Portion Verständnis abverlangen.

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