Wann kommen Patientinnen und Patienten zur Bauchdeckenstraffung?
Immer wieder kommt es vor, dass - vorwiegend Frauen - den Plastischen und Ästhetischen Chirurgen aufsuchen, um ihren Bauch- und Taillenbereich verbessern zu lassen.
Hier gibt es vier Gruppen von Patienten:
1. Patienten mit einer diffusen Umfangsvermehrung durch Fettgewebe infolge einfacher Gewichtszunahme.
2. Patientinnen mit den typischen weiblichen Fettpölsterchen,
die durch weibliche Geschlechtshormone (vorwiegend Östrogene) bedingt
sind, jedoch noch ohne vorausgegangene Schwangerschaft. Dazu gehört z.
B. der „Babybauch" oder „Venusbauch", d.h. die typische
Fettgewebsansammlung unterhalb des Bauchnabels.
3. Patientinnen nach einer oder mehreren Schwangerschaften. Dabei
hat sich oft - mit oder ohne Gewichtszunahme - die muskuläre Bauchdecke
durch die Schwangerschaft gedehnt und nicht mehr vollständig
zurückgebildet. Die beiden geraden Bauchmuskeln, die Rektusmuskeln, sind
in der Mitte auseinandergewichen. Hierdurch wölbt sich der Bauch wie
bei einem Bauchdeckenbruch vor und kann ästhetisch wie ein „dicker
Bauch" stören, auch wenn kaum Fettgewebe vorhanden ist. Ein solcher
„Mittellinienbruch" oder auf medizinisch „Rektusdiastase" genannt, kann
sowohl im Unter- als auch im Oberbauch auftreten oder nur im Oberbauch
bzw. nur im Unterbauch. Bei stärkerer Ausprägung kann die
Bauchdeckenkraft derart gemindert sein, dass dies Auswirkungen auf die
Wirbelsäule hat, weil die Rumpfstabilität aus dem Gleichgewicht kommt.
In solchen Fällen kann eine Bauchdeckenstraffung sogar zur Verbesserung
von Rückenschmerzen z.T. wesentlich beitragen. Solche Fälle sind
sogenannte „medizinische Indikationen" und sollten auch von den
Krankenkassen als solche anerkannt werden, obwohl dies im Moment im
Allgemeinen gerne erst einmal strikt abgelehnt wird.
4. Patientinnen und Patienten nach starker Gewichtsabnahme. Hierbei
kommt es durch das Schwinden der Fettgewebsschicht unter der Haut nicht
nur zu einer manchmal starken Erschlaffung der Bauchhaut, sondern auch -
wie bei der muskulären Bauchdecken - Erschlaffung - zu einem
Auseinanderweichen der geraden Bauchmuskeln wie unter Punkt 3. Denn das
Fettgewebe bei kräftigen Menschen sammelt sich nicht nur unter der Haut
an, sondern auch innerhalb des Bauchraumes, zwischen den Darmschlingen.
Dort benötigt es Platz, fast wie bei einer Schwangerschaft - und lässt
die geraden Bauchmuskeln, die Rektusmuskeln, in der Mitte auseinander
weichen. Nach der Gewichtsreduktion ist der ehemals benötigte Platz dann
„leer" und es entsteht eine Art Mittellinienbruch, eine sogenannte
„Rektusdiastase", wie unter Punkt 3. beschrieben.
Was kann der Plastische und Ästhetische Chirurg für diese Patienten tun?
Welche Operationstechniken stehen zur Verfügung?